Wir werden uns erinnern! 

Die Corona Pandemie mit all ihren Verordnungen und Einschränkungen hat Spuren hinterlassen. Kinder, Jugendliche, ältere Menschen, aber auch alle Anderen haben besonders an der Einschränkung sozialer Kontakte gelitten.

Hinzu kamen eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten und eine komplette Einschränkung des normalen Tagesablaufes. Strukturen und ein geregelter Alltag fielen weg und ließen viele Menschen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ein „TIEFES LOCH“ fallen.

Für die Besucher unserer Einrichtung, die zum großen Teil aus armen und bildungsfernen Familien kommen, haben sich zusätzliche Probleme aufgetan. Es gab aus den unterschiedlichsten Gründen keine Unterstützung bei oder kein Anhalten zu schulischen Aufgaben. Kinder mit Migrationshintergrund haben sich zuhause nur noch in der Muttersprache der Eltern unterhalten. Dadurch sind riesengroße Lücken entstanden. Die deutsche Sprache wurde wieder verlernt oder das gerade erst erlernte 1×1.

In manchen Haushalten kam es durch das ständige „Aufeinanderhocken“ zu Unfrieden und Gewalt. Daher haben wir schon früh mit 1zu1 Betreuungen, die in besonderen Fällen möglich waren, den Einstieg in Präsenz gewagt. Nach und nach gab es dann die Möglichkeit, in Kleingruppen und abgetrennten Räumen zu arbeiten unter Nachweis eines Hygienekonzeptes.

Mit einer noch stärker besetzten Betreuung ab Mai und mit Lernwochen in den Sommerferien haben wir mit unseren Schützlingen viel aufgeholt und sind sehr stolz, dies auch in den Zensuren der Klassenarbeiten zu erkennen.

In den Sommer- und Herbstferien haben wir durchgängig Angebote für unsere Schützlinge gemacht, um wieder Bewegung, Spaß und auch Bildung in ihr Leben zu lassen. Und natürlich gab es im Sommer auch eine Ferienfreizeit, um sich so rundherum zu erholen.

Unsere Mitarbeiter haben großen Einsatz gezeigt, um unsere Kinder und Jugendlichen nicht auf ihrem Weg zurückzulassen. Und wir hatten großartige Unterstützer, die unsere Einrichtung in dieser Zeit nicht vergessen haben. So hat sich gezeigt, dass wir für viele Dinge, besonders die, die uns im Leben alltäglich erscheinen, dankbar sein sollten!!! 

Durch das neue Schuljahr 2021/22 sind viele neue Kinder in die Einrichtung gekommen. Andere haben uns durch den Wechsel zur weiterführenden Schule verlassen, Manche kommen noch zu Gruppenangeboten, Kursen und Aktionstagen im späten Nachmittags- oder Abendbereich oder am Wochenende.

Wir leben DIVERSITÄT! Inzwischen sind täglich Kinder und Jugendliche mit den unterschiedlichsten Migrationshintergründen (Syrien, Iran, Irak, Türkei, Italien, Polen, Marokko und vielen weiteren afrikanischen Gebieten) in der Einrichtung und die Fähnchen auf unserer Weltkarte werden immer mehr!

Doch leider kommt es zurzeit zu vielen Konflikten, Beleidigungen und Aggressivität unter den Kindern aufgrund der unterschiedlichen Ethnien (z.B. die Hautfarbe, Essgewohnheiten) und wohl auch durch angestaute Wut, Traurigkeit und Verzweiflung während des Lockdowns.

Regelmäßig finden präventive Angebote, wie Deeskalationstraining und Selbstbehauptung, statt. Wir sind da schon auf einem guten Weg!!!

Eigentlich könnte das Leben doch so friedlich sein!!

Martina Morzonek-Kolberg